Geschichte

Was mit einem spontanen Treffen von drei Musikanten aus der Aargauer Folkszene und einem heimat-losen Saxophonisten begann, hat sich zwar über die Jahre gehörig verändert, besteht aber in alter Frische.

1983 finden sich drei Musiker aus der Folkszene im Aargau: Daniel Hofmann kommt von den Schabab, Peter Honegger und Thomas Müller von den Tullamore Dew. Das Zusammenspiel funktioniert auf Anhieb und macht grossen Spass, so dass die drei beschliessen, eine eigenständige Formation zu gründen. Den eher saitenlastigen Sound ergänzt mit einem Melodieinstrument Thomas Grob am Saxophon. Nebst dem Einsatz verschiedener Instrumente bilden jedoch unbegleitete Gesangsnummern von Anfang an einen Schwerpunkt.

Ursprünglich vor allem der Folk-Music keltischen Ursprungs verpflichtet, wird der Musikstil von A Capello immer stärker auf andere Bereiche ausgedehnt, und Chansons, Swing, alte Schlager und Eigenkompositionen ergeben ein bunt gemischtes Programm. Immer liegt dabei aber grosses Gewicht auf dem Gesang und reinen a cappella- Stücken.

Die neugegründete Band feiert bald Erfolge mit Konzerten in unterschiedlichem Rahmen sowie an verschiedenen Folk-Festivals in den Regionen Bern, Aargau, Solothurn und Zürich.

Mit Mira Baumann erweitern sich A Capello 1985 zum Quintett, und kurz darauf kommt Andreas Spielmann als Ersatz für Daniel Hofmann dazu. In dieser Besetzung mit fünf Gesangsstimmen und Flöten, Geige, Saxophon, Steel Drum, Gitarren und Bass deckt die Gruppe während mehrerer Jahre ein breites musikalisches Spektrum ab.

Während eines mehrmonatigen Auslandaufenthalts von Thomas Grob treten A Capello 1988 als Quartet auf.


1989 ist ein wegweisendes Jahre in der Entwicklung von A Capello: Bei der Rückkehr von Thomas Grob beschliessen die Sängerin und die vier Sänger, ihre Instrumente fortan im Koffer zu lassen und sich ausschliesslich dem Gesang zu widmen. Doch so ganz ohne Begleitung wollen sie dann doch nicht sein, und ein Jahr später stösst Kontrabassist Bob Gelzer, der vom Jazz kommt, als sechstes Mitglied zur Gruppe. In der Folge wird die stilistische Hinwendung weg von Folk hin zu jazzigeren Klängen immer deutlicher.

In dieser Zeit treten A Capello sowohl als Sextett als auch verstärkt durch Beat Baumli (Gitarre) und Bruno Huwyler (Schlagzeug) als Oktett auf. In beiden Fällen liegt das musi-kalische Schwergewicht auf Standards des Great American Songbook, jenem unerschöpflichen Fundus an populären Melodien der grossen US-amerikanischen Songschreiber wie George und Ira Gershwin, Cole Porter, Irving Berlin oder Jerome Kern. Aber auch Jazzklassiker, aaa

etwa von Duke Ellington, werden in oft sehr anspruchsvollen Arrangements interpretiert, die mit wenigen Ausnahmen von Thomas Müller stammen. Vokalisiserungen in Stil und Tradition der Big Bands der Swing Ära und Bearbeitungen brasilianischer Bossa Nova gehören ebenso zum Repertoire wie Reminiszenzen an legendäre Gesangsgruppen wie die Mills Brothers oder die Comedian Harmonists.


Das zehnjährige Bestehen feiern A Capello im November 1993 in der Alten Turnhalle in Aarburg. Zum einen besinnt sich die Band für einmal wieder auf ihre Anfänge und präsentiert sich an diesem Abend auch instrumental. Im zweiten Teil werden Songs aus dem aktuellen Programm aufgeführt, unterstützt von Bruno Huwyler am Schlagzeug und Benoît Piccand an der Gitarre.     

Ende 1993 stösst Rosmarie Wyss anstelle von Mira Baumann zu A Capello. Nebst dem kompakten, in langjähriger Zusammenarbeit gewachsenen Gruppenklang erhalten jetzt auch Soli und Improviationen stärkeres Gewicht. Das Repertoire wird „moderner“ indem auch Hard-bop-Nummern und Bearbeitungen aktueller Popsongs Eingang finden. Mit dem Verzicht auf Gitarren- und Schlagzeugbegleitung konzentriert sich die Band wieder auf intimere, unverstärkte Auftritte.

Im Herbst 1997 verlässt Bob Gelzer die Band und wird durch Felix Trachsel ersetzt.

Für den 20. Geburtstags tun sich A Capello 2003 mit dem Berner Chor im Breitsch zum Projekt Voices zusammen. Unterstützt von einer Band, bestehend aus Ben Vatter (Trompete), Christoph Hegi (Piano), Felix Trachsel (Bass) und Martin Meyer (Drums), gelangen Nummern aus Swing, Bebop und Latin zur Aufführung, alle speziell für diesen Anlass  von Thomas Müller-Millet arrangiert. Nach zwei gelungenen Abenden im Restaurant Jardin in Bern findet das Projekt im vollen Stadttheater Olten seinen krönenden Abschluss.

Die folgenden Jahren sind geprägt durch unspektakuläre Konstanz, A Capello erweitern und erneuern ihr Repertoire und sind weiterhin in Keller- und Kleintheatern, auf Konzertbühnen, an Matinées, Soirées, Vernissagen und privaten Anlässen zu finden. 

2005 nehmen A Capello ihre erste und bisher einzige (Demo-) CD auf.

2008 wird ein Vierteljahrhundert A Capello gefeiert, erneut in der Alten Turnhalle in Aarburg. Gäste sind Ben Vatter und Dieter Studer (Trompete), Roman Brügger (Tenor-sax), Dieter Schäfer (Vbraphon) und Bob Gelzer (Bass). 

In den eher ereignisarmen folgenden Jahren sind allenfalls die erstmalige Teilnahme an Lörrach singt! sowie ein Doppelkonzert mit dem Windischer Chor Close Harmony in der Stanzerei Baden hervorzuheben.

Ein Highlight besonderer Art können A Capello 2013 an-lässlich des 30. Geburtstags feiern: ein Konzert mit dem Stadtorchester im Stadttheater Olten.

Zur Aufführung gelangen (neben Orchesterwerken von Charles Chaplin und Leonard Bernstein) sechs Songs aus dem Gershwin Songbook in der originalen Orchester-fassung von Nelson Riddle für Ella Fitzgerald. Deren Ge-sangsparts werden wiederum von Thomas Müller-Millet fünfstimmig arrangiert.

Im selben Jahr stösst Schlagzeuger Hannes Hänggli zur Band, eröffnet mit seinem Spiel neue Klangräume  und  bereichert fortan den Sound von A Capello. In diese Zeit fallen auch Doppelkonzerte mit zwei anderen Vokalgruppen: xtett aus Freiburg (D) in Baden und Memmingen (D) sowie dem Jazzchor Basel im Schloss Niedergösgen. 

2016 steht bereits ein weiteres Grossprojekt an: A Capello feiern ihren Schnapszahl-Geburtstag und bitten dafür den Windischer Chor Close Harmony auf die Bühne des Alten Casinos in Wettingen. Das Zusammengehen der Vokal-gruppe mit Vocal Jazz & More im Untertitel mit einem Ensemble, das mit Jazz so gar nichts am Hut hat und eher dem Rock zugeneigt ist, wird zur gelungenen Fusion: A Close Capello Harmony. 

Als Gastsolist wirkt Dieter Studer (Trompete) mit.

2020 bremst Corona auch A Capello aus, mehrere Konzerte fallen aus. Die Bandmitglieder treffen sich wöchentlich per Zoom, bald sind auch Online-Proben über Jamulus möglich - eine merkwürdige Erfahrung, die Mitmusizierenden zwar zu hören, sie aber nicht zu sehen. Umso grösser sind Elan und  Begeisterung, als reguläre Proben wieder möglich sind. Der erste Auftritt nach der Pandemie in der Bar Galicia in Olten gerät denn auch zu einem ziemlich emotionalen Ereignis.

2023 steht ein weiteres Jubiläum an: A Capello werden 40! Das ist wieder Anlass, Neues auszuprobieren: 

Unter-schiedliche musikalische Gäste, die den „Capelli“ in der ein oder anderen Art verbunden sind, werden nach einem Lieblingsstück gefragt, den sie mit A Capello sozusagen als Background-Chor aufführen möchten. Die Songs werden eigens für ein Fest im privaten Rahmen sowie ein Konzert im Salzhaus Brugg arrangiert.

So gelangen nebst Highlights aus 40 Jahren Bandgeschichte Nummern ins Programm, die man von A Capello eher nicht erwarten würde und in denen sie sich begleitend zurückhalten, Auge und Ohr ganz bei den Gastsolist:innen:

Julia Frischknecht, Peter Hänggli - Gesang; Pius Bessire - Alphorn, Whistle; Hanspeter Stamm - Flügel-horn; Rafael Baier - Tenorsax; Beat Blaser - Baritonsax.

Auch nach mehr als 40 Jahren sind A Capello kein bisschen müde oder ausgelaugt, sondern nach wie vor frisch, aktiv und unterwegs zu neuen musikalischen Erlebnissen mit immer wieder neuen Ideen und viel Lust am gemeinsamen Musizieren.

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